Callimaco

Callimaco - Ettore Sottsass

Callimaco

design Ettore Sottsass, 1982

Zusammengesetzt aus elementaren, geometrischen Formen ist Callimaco mit ihren kräftigen Primärfarben Sinnbild für das Design der 80er Jahre. Die Leuchte erinnert an die bunten, unverwechselbaren Entwürfe der Memphis-Gruppe, die von Sottsass gegründet wurde. Typisch ist auch der Handgriff auf halber Höhe, durch den Callimaco sich erst auf den zweiten Blick als Leuchte zu erkennen gibt.

In der aktuellen LED-Version entsprechen Design und Technologie von Callimaco voll und ganz dem heutigen Anspruch.

Sockel und Schirm aus lackiertem Stahl, Säule aus lackiertem Aluminium, Griff aus verchromtem Metall.

Ausstellungen:

  • Twentieth Century Design Collection of the Metropolitan Museum of Art New York (US)
  • The Israel Museum, Jerusalem (Israel)

design Ettore Sottsass

Sottsass wurde als Sohn der Österreicherin Antonia Peintner und des italienischen Architekten Ettore Sottsass senior geboren. Von 1935 bis 1939 studierte er am Polytechnikum Turin.

Im Jahr 1957 wurde Sottsass künstlerischer Leiter von „Poltronova“. Er experimentierte mit dem neuen Material Fiberglas und benutzte es, um zeitgenössische Möbel und Beleuchtungskörper zu entwickeln.

1958 wurde er von Adriano Olivetti, dem Gründer der italienischen Industriegruppe Olivetti, eingestellt, um in der neu geschaffenen Elektronikabteilung mit dessen Sohn Roberto zusammenzuarbeiten. Gemeinsam mit dem Techniker Mario Tchou schufen sie eine Serie von bahnbrechenden Produkten, die technisch innovativ und ästhetisch ansprechend waren. Sottsass Faible für Pop Art und die Beat-Kultur spiegeln sich in diesen Produkten deutlich wider. Für den Elea 9003, den ersten italienischen Computer, erhielten sie 1959 den begehrten Compasso d'Oro. Mit der ersten elektrischen Schreibmaschine, der Tekne, im eleganten eckigen Sottsass-Koffer, veränderten sie das Schreibmaschinendesign von Grund auf.

In den 1960er Jahren reiste Sottsass immer wieder in die USA und nach Indien. Er blieb dabei eine zentrale Figur der italienischen Avantgarde und entwarf noch viele weitere Produkte für Olivetti, bis hin zu der knallroten, poppigen Kunststoffschreibmaschine Valentine von 1970, die er als „Kugelschreiber unter den Schreibmaschinen“ bezeichnete. Sottsass selbst bezeichnete die Valentine später als „zu aufdringlich, ein bisschen wie ein Mädchen im sehr kurzen Rock mit zu viel Make-up, aber immer noch eine Pop-Ikone“.

Seine Möbel waren ebenso populär: ganz besonders die gestreiften Holzkuben-Schränke Superbox aus Mitte der 60er Jahre, die er für Polotronova entworfen hatte. 1972 wurden in Italien die mobilen, multifunktionellen Möbel aus Fiberglas in der Ausstellung „The New Domestic Landscape exhibition im MoMA, New York“ bestaunt.

Ende der 1970er Jahre arbeitete Sottsass mit dem Studio Alchymia zusammen, einer Gruppe von avantgardistischen Möbeldesignern, darunter Alessandro Mendini und Andrea Branzi. Gemeinsam stellten sie 1978 auf der Mailänder Möbelmesse aus.

Zwei Jahre später gründete Sottsass, der inzwischen über 60 war, mit Mendini die legendäre Memphis-Gruppe. Ihr gehörten dann auch Branzi und rund 20 weitere Mitglieder an, darunter Michele De Lucchi, George Sowden, Matteo Thun und Nathalie du Pasquier.

Memphis verkörperte die Themen, mit denen Sottsass seit seinen „Superboxen“ Mitte der 1960er Jahre experimentierte: leuchtende Farben, kitschige Vorstadtmotive und kostengünstige Materialien wie Kunststofflaminat. Inzwischen waren auch die Massenmedien und Designkenner auf sie aufmerksam geworden und Memphis (nach einem Song von Bob Dylan benannt) wurde als die Zukunft des Designs betitelt. Für die jungen Designer der Zeit war dies ein intellektueller Befreiungsschlag, der sie von dem trockenen Rationalismus befreite, den man ihnen im Studium vermittelt hatte. Jetzt wagten sie es, lockerer und mit neuen Konzepten zu arbeiten. Sottsass verabschiedete sich Anfang 1985 aus der Gruppe.

Er konzentrierte sich jetzt auf Sottsass Associati, die Architektur- und Design-Gruppe, in der er mit früheren Memphis-Mitgliedern und jüngeren Kollegen zusammenarbeitete, unter anderem mit dem Industriedesigner James Irvine und der Architektin Johanna Grawunder. Sottsass kehrte 1985 auch zur Architektur zurück, als er den Auftrag für das Design einer Reihe von Läden für das Modelabel Esprit erhielt.

Er entwarf mehrere Privathäuser, darunter eins in Palo Alto für den Industriedesigner David Kelley, sowie öffentliche Gebäude; insbesondere im Jahr 2000 den Flughafen Malpensa bei Mailand. Sotsass Associati waren für namhafte Unternehmen wie Apple, NTT, Philips und Siemens tätig, während sich Sottsass selbst seinen handwerklichen Projekten aus Glas und Keramik widmete.

Ettore Sottsass, der in Italien als Nestor des Designs des späten 20. Jahrhunderts verehrt wird, ist nach wie vor ein Vorbild für junge ausländische Designer, wie z. B. Ronan und Erwan Bouroullec.