Lesbo

Lesbo - Angelo Mangiarotti

Lesbo

design Angelo Mangiarotti, 1967

Die Eigenschaften des verwendeten Materials spielen bei Mangiarottis Entwürfen eine wesentliche Rolle. Der Baustoff Glas, eine Verbindung zwischen festen und flüssigen Stoffen, lichtdurchlässig und ebenso zerbrechlich wie hart, traditionell wie aktuell, wurde bei der pilzförmigen Leuchte Lesbo auf eindrucksvolle Weise eingesetzt.

Leuchtenkörper aus opalweißem, mundgeblasenem Muranoglas, Sockel aus Metall.

design Angelo Mangiarotti

Der Architekt Angelo Mangiarotti wurde 1921 in Mailand geboren.

Im Jahr 1948 machte er am Politecnico in Mailand seinen Abschluss in Architektur. 1953/54 arbeitete er in den Vereinigten Staaten und nahm dort auch am Wettbewerb für die Gestaltung des LOOP in Chicago teil. Im Ausland lernte er Frank Lloyd Wright, Walter Gropius, Mies van der Rohe und Konrad Wachsmann kennen.

Nach seiner Rückkehr aus den USA gründete er gemeinsam mit Bruno Morassutti ein Architekturbüro, das sie gemeinsam bis 1960 führten. 1989 gründete er das Büro Mangiarotti & Associates mit Sitz in Tokio. Von 1986 bis 1992 war er Art Director bei Colle Cristalleria.

Während Mangiarotti als Architekt tätig war, wurden seine Werke in Büchern, Fachzeitschriften und Zeitungen veröffentlicht. Gleichzeitig lehrte er an mehreren Universitäten in Italien und anderen Ländern. 1953/54 war er Gastprofessor am Illinois Institute of Technology in Chicago, 1963/64 Professor am Istituto Superiore di Disegno Industriale in Venedig, 1970 Gastprofessor an der University of Hawaii, 1974 an der Ecole Politecnique Fédérale of Losanna 1974, 1976 an der University of Adelaide und am South Australian Institute of Technology of Adelaide. Im Jahr 1982 lehrte er an der Fakultät für Architektur in Palermo und 1983 war er Professor für den Studiengang Gestaltung an der Fakultät für Architektur in Florenz. In den Jahren 1989 und 1990 war er dann Professor für den Abschlusskurs in Industriedesign an der Fakultät für Architektur am Politecnico Mailand. Nebenher nahm er an vielen internationalen Seminaren und Konferenzen teil.

Seine theoretischen Prinzipien als Designer sind im Buch „In nome dell’architettura“ (Im Namen der Architektur) zu finden, das 1987 erschien. Ihm war es wichtig, die wesentlichen Eigenschaften eines jeden Objekts zu beleuchten, da nur ein „objektives“ Design Missverständnissen vorbeugen und von allen erkannt werden könne. Die Architektursprache wurde Ausdruck einer neuen Beziehung zwischen Mensch und Umwelt, während Mangiarotti als Designer großen Wert auf die Forschung im Bereich der Kunststoffe legte. Ihm war es dabei immer wichtig, die Eigenschaften des Materials zu respektieren, die in der Form eines Objekts vertreten sind.