Montjuic

Montjuic - Santiago Calatrava

Montjuic

design Santiago Calatrava, 1990

Die reduzierte und schnittige Formensprache der Montjuic ist typisch für die Entwürfe des spanischen Architekten. Bei genauem Hinsehen ist eine gewisse Ähnlichkeit mit dem schlanken Kommunikationsturm, der anlässlich der Olympiade auf dem gleichnamigen Berg in Barcelona von Calatrava erbaut wurde, nicht zu leugnen.

Struktur aus lackiertem Polyurethanharz, Schirm aus opalem Methacrylat.

design Santiago Calatrava

Der spanische Architekt, Bildhauer und Bauingenieur Santiago Calatrava Valls wurde 1951 in Valencia geboren. Calatrava gehört mittlerweile zu den angesehensten Architekten und Designern der Welt. Neben dem Hauptsitz in Zürich hat sein Architekturbüro Niederlassungen in Paris, Valencia und New York City.

Calatrava stammt aus der Nähe von Valencia, wo er an der Polytechnischen Universität Architektur und Städteplanung studierte. Schon während des Studiums übernahm er mit einer Gruppe von Kommilitonen verschiedene Projekte und brachte zwei Bücher über die traditionelle Architektur von Valencia und Ibiza heraus. Nach seinem Studienabschluss schrieb er sich 1975 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ein, wo er ein Aufbaustudium im Fach Ingenieurwesen absolvierte. 1981 eröffnete er nach Fertigstellung seiner Dissertation zum Thema „Zur Faltbarkeit von Fachwerken“ sein Architektur- und Ingenieurbüro.

Zu Beginn seiner Laufbahn entwarf Calatrava hauptsächlich Brücken und Bahnhöfe. Seine Entwürfe haben der Baukunst zu neuen Höhenflügen verholfen. Sein Kommunikationsturm auf dem Montjuic in Barcelona (1991) im Herzen des Olympiageländes sowie die Allen Lambert Galleria in Toronto (1992) waren wichtige Werke und Wendepunkte seiner Karriere, die ihm ein breites Spektrum an neuen Aufträgen einbrachten. Der Quadracci Pavilion (2001) des Kunstmuseums von Milwaukee war sein erstes Gebäude in den Vereinigten Staaten. Mit dem 54 Stockwerke hohen Turning Torso in Malmö, Schweden, machte sich Calatrava 2005 einen Namen mit dem Bau von Hochhäusern. Im neu errichteten World Trade Center in New York City entwarf er einen futuristischen Bahnhof, den Transportation Hub.

Es heißt, seine Werke würden eine Brücke zwischen Bauingenieurwesen und Architektur schlagen. In seinen Projekten führt er die Tradition moderner spanischer Ingenieure fort, zu denen auch Félix Candela, Antonio Gaudí und Rafael Guastavino zählen. Trotzdem ist sein Stil, der aus zahllosen Studien des menschlichen Körpers und der Natur hervorgeht, auch sehr persönlich.

Am 10. Dezember 2011 wurde Calatrava von Papst Benedikt XVI. für eine Amtszeit von zunächst fünf Jahren in den Päpstlichen Kulturrat berufen.

Neben seiner Arbeit als Architekt ist Calatrava auch ein erfolgreicher Bildhauer und Maler. Er lebt seine Überzeugung, dass die Architektur alle Künste in sich vereint.