Meine Tolomeo Story

Annette Weckesser

„Eine lebenslange Liaison

Meine erste Tolomeo begleitet mich seit meinem Architekturstudium. Als ich anfing zu studieren, war sie gerade mal ein Jahr alt.

An der Uni lernten wir peu à peu, was gutes Entwerfen und Konstruieren ausmacht. Und wir begriffen, wie schwer das Einfache ist. Sofort leuchtete uns ein, was Michele De Lucchi gelungen war: Die Tolomeo war nichts anderes als eine Form von Micro-Architektur. Unten der standfeste, schwere Fuß, oben der leichte, (i)konische Schirm, drehbar um die eigene Achse, flapsig Becher genannt. Flexibles, direktes und indirektes Licht; Zwischen Kopf und Fuß der elegante Kragarm – die Zugseile, die Kabelführung, alle Elemente ablesbar und mit feinen Details gefügt; Funktional und ästhetisch, gut proportioniert, gefertigt aus Aluminium. Einfach schön! Und trotz allem bemerkenswert unprätentiös. De Lucchi – Architekt und Industriedesigner – hatte es drauf! Wir dachten, der Entwurf sei fertig.

Fasziniert beobachteten wir dann die Evolution der Produktfamilie. Stets machte die Tolomeo eine bella figura. Als AIT-Redakteurin durfte ich 2008 ein telefonisches Interview mit Michele De Lucchi führen. Zwei Stunden lang sprachen wir über seine Architektur- und Designprojekte und auch über seine Jahrhundertleuchte. Entwurf und Entwerfer passen immer zusammen. De Lucchi, bescheiden, erklärte sich den Erfolg damit, dass die Tolomeo in ganz unterschiedlichen Kontexten funktioniert – in traditionellen und in modernen Räumen, im Büro des Präsidenten und im Büro des kleinsten Angestellten, im Bad, im Schlaf- und im Wohnzimmer. Genau das ist es!

Die Begeisterung für diese Ikone blieb für unser eigenes Zuhause nicht ohne Folgen. Nach der ersten zogen die zweite, die dritte und die vierte bei uns ein. Die Tolomeos sind diskrete Mitbewohner, drängen sich niemals in den Vordergrund. Wie verstehen uns gut, die Tolomeos und wir. Schon lange sind wir zusammen. Happy Birthday, ihr vier!

Danke, Michele!”

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